Über mich

Nach meiner Lehre als Koch kam die Bundeswehr auf mich zu:  ich müsse noch meinen Wehrdienst ableisten. Um diesem Wunsch zu entsprechen, entschied ich mich nicht nur für die damals obligatorischen neun Monate, sondern verpflichtete mich gleich für zwei Jahre. Während dieser Zeit bekam ich das Angebot, auf acht Jahre zu verlängern, welches ich ebenfalls angenommen habe. Trotz vieler Fortbildungen und Übungen blieb der praktische Einsatz zuerst jedoch reine Theorie. Bis zu 9/11.  Ein Tag, an dem sich auch mein Leben veränderte. Während meiner Einsätze in Afghanistan lernte ich die ungefilterte Realität des Krieges kennen. Doch auch die Kameradschaft eines Soldatenlebens lernte ich zu schätzen, weshalb ich mich vier Jahre später wieder zum Dienst bei der Bundeswehr zurückmeldete. Seit Oktober 2017 bin ich wieder aktiv Soldat auf Zeit.


 

Als Soldat der Reserve war es mir eine Ehre, meinem Land zu dienen. Selbst wenn die Gefahr zu einem ständigen Begleiter wird. Der Tod ist für mich kein Unbekannter. In allen meinen Einsätzen wurde ich täglich damit konfrontiert, doch wenn dann der Fall eintritt und Freunde betroffen sind, kann man den Eigenschutz, den man um seine Seele aufgebaut hat, komplett vergessen. Die Trauer überwältigt alle Vorsätze.

Die Zeit in Afghanistan prägte mich und meine Kameraden in einer tief menschlichen Weise. Je länger ich mich in diesem weit entfernten Teil der Welt befand, desto tiefer wurde das Verständnis über die Kultur der Menschen im Land. Besonders den Kindern war deutlich anzusehen, wie sehr sie sich über die Unterstützung durch die ISAF-Truppen freuten.

Neue Sichtweisen auf ein Land, das in den Medien nur als Kriegsgebiet mit Selbstmordattentätern und Korruption in Verbindung gebracht wird. Ich habe aber auch die Schönheit gesehen, Freunde gefunden und kulinarische Köstlichkeiten kennengelernt. Lesen Sie über ein Land, das sich mir auch von einer ganz anderen Seite gezeigt hat. 


Der Flug ins Einsatzland beginnt damit, dass wir kurz vor der Ankunft aus dem Schlaf gerissen werden: Ein Sturzflug durch die Wolken mit dem Ziel Kunduz Airport.

Glücklich auf dem Boden angekommen, beginnt mein Einsatz in einem Land, das ich zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. Krieg, Terror, Schmerz und Elend sind den

Menschen ins Gesicht geschrieben. Doch da ist noch etwas anderes. Gastfreundschaft, Menschlichkeit und Dankbarkeit lassen mich  ein Land entdecken, das ich so nicht erwartet hatte.